Interview Lily & Rian

Lily, du warst schon immer anders als die anderen. Wann hast du dieses Gefühl das erste mal wahrgenommen?

L: Eigentlich war ich immer schon anders. Ich bezeichne mich gern als ein Freak, weil jedes Kind stolz auf seine Videospiele war, nur ich begierig auf den Fortsetzungsband von Harry Potter und vielen, vielen anderen Büchern. Ich erfand Geschichten und schrieb sie auf, während die anderen Kinder draußen Inline-Skates fuhren. Ich war auch nie besonders scharf auf Kleider oder Schuhe.
R:Das ist sie übrigens bis heute nicht. Sie ist das unmädchenhafteste Mädchen, das ich kenne. (Rian grinst.)
L: Entschuldige mal, wenn du auf meine Hygiene anspielst: Wir hatten selten Zimmer in fünf-Sterne Hotels gebucht. Außerdem hast du auch nicht unbedingt nach Rosen geduftet. (Rian hält sich den Bauch vor Lachen)
R: Das wirst du nicht erleben, dass ich nach Risen dufte. (Er rümpft die Nase.) Ich meinte eher, deinen Hang den gesamten Tag in Lederkleidung rumzurennen.

Rian, dein Verhalten Lily gegenüber stand besonders zu Anfang eurer Bekanntschaft sehr im Kontrast zueinander. Einerseits hast du dich ihr gegenüber abweisend verhalten und dann beweist du ein Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein, welches der „ablehnenden“ Haltung widerspricht. Kannst du uns erklären, woran das lag?

R: Lily hat mich vom ersten Augenblick an umgehauen. Natürlich kannte ich die Prophezeiung um sie und mich und wusste, dass es mir angelastet werden würde, wenn Lily … naja auf mich abfährt und nicht auf dieses Elfchen. (Er schielt zu Lily, die schnaubt.) Ich wollte um alles auf der Welt verhindern, was ich bereits wusste, bevor wir uns begegnet sind: Das ich mich in sie verlieben würde. Dennoch war es meine Verpflichtung und ein inneres Bedürfnis für mich, sie zu retten und zwar ständig. Vorzugsweise aber vor den Schwierigkeiten, die sie uns eingebrockt hat. (Lily wirft ein Kissen nach Rian, der laut lacht)
L: Außerdem bist du schrecklich arrogant, selbstverliebt und von dir überzeugt. Du hast es nicht so mit Feingefühl und deine Laune wechselt innerhalb von Sekunden.
(Rian rollt mit den Augen und stöhnt.)

Lily, mit deinem 18. Geburtstag hast du geplant, dein Leben in andere Bahnen zu lenken. Wenn du deine Hoffnungen und Erwartungen von damals mit dem vergleichst, was du bekommen hast, bist du glücklich, wie es letztendlich gekommen ist oder sehnst du dich nach einem ruhigeren Leben ohne das Wissen um deine Bestimmung?

L: Ich erinnere mich an die Zugfahrt nach Cornwall, wo ich mir so innig wünschte, das dieser Zug der Hogwarts-Express sei, der mich in eine magische Zukunft bringt. Genau genommen wurde mein trostloses Leben in eine wunderbare neue Welt gelenkt. Ich bin glücklich ein Teil davon zu sein. Es gibt jedoch auch Momente, in denen ich es bedaure, dass ich nicht immer eine freie Wahl habe. (Lily schielt zu Rian und wirkt traurig.)

Rian, du wusstest, welche Bürde Lily auferlegt wurde. Standest du von Anfang an hinter ihr oder sind dir manchmal Zweifel gekommen, ob eine junge Frau wie sie, die bis vor kurzem nichts von dieser anderen Welt wusste, die Macht inne hält, so viel zu bewirken?

R: Ich gebe zu, dass ich am Anfang von ihren Fähigkeiten ziemlich enttäuscht war. (Lily knufft ihn mit ihrem Ellenbogen in die Rippen.) Autsch! Ich dachte, dass ihre Besonderheit offensichtlicher wäre. ( Lily verschränkt ihre Arme vor der Brust!) Doch kaum war der Moment vorüber und ich berührte sie. Da wusste ich sofort, dass sie mein Schicksal und meine Zukunft ist. Sie ist anders als alle anderen Feen und Elfen im Sagenland und etwas Besonderes. Ich glaube beinahe, dass der Umstand, dass sie nicht im Sagenland aufgewachsen ist, ihre größte Gabe ist. Wenn uns jemand retten kann, dann sie.
Lily & Rian: Was habt ihr bisher aus eurer Reise mitgenommen und welchen Tipp würdet ihr unseren Lesern mit auf den Weg geben?
L: Freundschaft und Zusammenhalt ist das Wichtigste. Ich habe endlich mein Zuhause gefunden.
R: Für mich ist es schwer Lilys neuen Methoden zu vertrauen, aber bislang hat sich ihr Weg, als der Bessere bewährt.
L: Nicht zu fassen, dass er das zugibt.
R: Naja, wir wissen nicht, wie es gelaufen wäre, wenn wir es so gemacht hätten, wie ich es vorgeschlagen hatte. (Lily schüttelt den Kopf und stöhnt)
L: Nee, wissen wir nicht. Vielleicht wären wir dann auch alle bereits tot und im Avalonsee ertrunken.

Danke für eure Zeit!

Die Fragen wurden meinen Protagonisten von Julia gestellt – schaut mal auf ihrem tollen Blog vorbei.